
Technik
Praxis am Platz
Was an einem Platz vorhanden ist, steht selten vollständig im Verzeichnis. Diese Seite sammelt die Angaben, die den Unterschied machen, und die Reihenfolge, in der man sie am Ankunftstag abarbeitet.
Wo diese Plätze am Untermain liegen, steht in der Übersicht. Ein Stellplatz besteht technisch aus vier Dingen: einer Fläche, einer Stromsäule, einer Frischwasserentnahme und einer Entsorgung. Was daran im Einzelfall fehlt oder anders ist, entscheidet über die mögliche Standdauer, und darüber, ob der Platz für das eigene Fahrzeug taugt.
Strom: Ampere sind die relevante Zahl
| Säule | Leistung | Was gleichzeitig geht |
|---|---|---|
| 6 A | ca. 1.400 W | Licht, Kühlschrank, Laden: kein Heizlüfter |
| 10 A | ca. 2.400 W | zusätzlich Wasserkocher oder kleine Heizung, nicht beides |
| 16 A | ca. 3.600 W | Heizung und Kochen parallel |
Die zweite Frage ist die Abrechnung: Münze, Chip, Karte oder pauschal im Preis. Wie Plätze das intern verwalten, steht unter Software für die Platzverwaltung. Chips gibt es nur an der Anmeldung, und die ist mittags oft geschlossen, wer nach 13 Uhr ankommt, hat sonst bis zum nächsten Morgen keinen Strom. Ob ein Platz Strom nach Kilowattstunde abrechnen kann oder pauschal kassiert, hängt an der Verwaltungssoftware dahinter, und daran, ob Säule und Kasse im selben System hängen.
Wasser und Entsorgung

Frischwasser läuft an den meisten Plätzen über einen Hahn mit Kupplung, deren Gewinde nicht genormt ist. Ein Satz Adapter gehört ins Fahrzeug. Grauwasser und Kassette gehen in die Entsorgungsstation, immer und ausnahmslos.
Im Frühjahr ist die Station häufig noch geschlossen: Frostschutz. Vor April lohnt die Nachfrage, sonst steht man auf einem offenen Platz ohne Wasser.
Für den Schlauch gilt dasselbe wie für die Kupplung: Er gehört sauber verstaut und ausschließlich zum Frischwasser. Ein Schlauch, der einmal an der Entsorgung gelegen hat, kommt nicht mehr an den Tank, und ein Trichter, der für beides benutzt wird, ist der häufigste Grund für Keimbildung im Frischwassersystem. Zwei getrennte Sets kosten wenig und lösen das Thema dauerhaft.
Die Kassette wird an der ausgewiesenen Stelle geleert, nie am Gully und nie in die Wiese. Nachspülen gehört dazu, und zwar mit dem Schlauch, der an der Station hängt, nicht mit dem eigenen. Grauwasser darf an vielen Plätzen über dieselbe Platte, an manchen über einen eigenen Bodeneinlauf; welches von beiden gilt, steht in der Regel angeschlagen.
Und die Reihenfolge zählt: erst entsorgen, dann Frischwasser fassen. Wer es umgekehrt macht, steht mit vollem Tank an der Station und manövriert schwerer als nötig.
Zufahrt und Fläche
- Zufahrtsbreite und Kurvenradius. Sechs Meter Parzellenbreite helfen nicht, wenn die Einfahrt für Wohnwagen gebaut wurde.
- Durchfahrtshöhe. Äste über der Zufahrt sind die häufigste Dachschadensursache auf Wiesenplätzen.
- Gefälle. Auffahrkeile mitnehmen. Eine Uferwiese ist selten waagerecht.
- Untergrund nach Regen. Wiese wird weich. Nach längerem Regen lieber Schotter.
Die Ankunftscheckliste, in dieser Reihenfolge

- Parzelle abgehen: Äste, Pfosten, Gefälle, Untergrund.
- Rangieren, Handbremse, Keile.
- Strom prüfen, Kabel legen, nicht über den Fahrweg.
- Wasser auffüllen, bevor die Station Feierabend hat.
- Stufe einklappen, wenn niemand ein- oder aussteigt.
- Gebühr entrichten; an Automaten gilt oft Bargeld.
Sechs Schritte, immer dieselbe Reihenfolge, dann wird keiner vergessen.
Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Die Parzelle wird abgegangen, bevor rangiert wird, weil ein tiefhängender Ast von innen nicht zu sehen ist. Der Strom kommt vor dem Wasser, weil die Versorgungssäule an vielen Plätzen abends abgeschaltet wird, der Hahn aber weiterläuft. Und die Gebühr steht am Ende, weil sich erst dann sagen lässt, wie viele Nächte es tatsächlich werden.
Zwei Dinge lohnen sich zusätzlich, bevor der Abend beginnt: einmal um das Fahrzeug herumgehen und schauen, ob es waagerecht steht: schief schläft man schlecht und der Kühlschrank arbeitet schlechter, und den Weg zum Sanitärhaus einmal bei Tageslicht gehen. Beides dauert zwei Minuten und erspart die Suche im Dunkeln.
Gas, Heizung und die Nächte im Frühjahr
Wer im März oder im Oktober am Fluss steht, heizt. Das Tal kühlt nachts stark aus, weil die kalte Luft von den Hängen ins Bett des Mains fließt. Es ist regelmäßig drei bis fünf Grad kühler als zweihundert Meter weiter oben.
Für den Verbrauch heißt das: Eine 11-Kilogramm-Flasche hält bei durchgehender Nachtheizung etwa zehn bis vierzehn Tage, im Hochsommer dagegen mehrere Monate. Wer in der Nebensaison zwei Wochen unterwegs ist, fährt deshalb mit zwei Flaschen oder plant einen Tausch ein.
Zwei Dinge, die dabei regelmäßig übersehen werden. Erstens: Die Gasflasche wird zum Fahren geschlossen. Das gilt auch für die kurze Etappe zum nächsten Platz. Zweitens: Die Heizung braucht Luft. Wer die Dachluke vollständig schließt, bekommt am Morgen beschlagene Scheiben und über mehrere Tage feuchte Polster. Ein Spaltmaß genügt und kostet kaum Wärme.
Für den Strom gilt dabei dasselbe wie oben: Wer elektrisch heizt statt mit Gas, braucht die 16 Ampere und bekommt sie an den kleineren Plätzen am Fluss nicht.
Kurz gefasst
Sechs Ampere reichen für Licht und Kühlschrank, sechzehn für alles andere. Der Adaptersatz löst die Wasserfrage, die Reihenfolge bei der Ankunft löst den Rest, und im Frühjahr ist die Frage nicht, ob der Platz offen ist, sondern ob die Wasserleitung es schon ist.
Häufige Fragen
Welche Ampere-Zahl braucht ein Wohnmobil?
6 A genügen für Licht, Kühlschrank und Laden. Wer heizen oder kochen will, braucht 10 A; für beides gleichzeitig 16 A.
Welche Wasseradapter gehören ins Fahrzeug?
Ein Satz mit Gardena-Kupplung, Geka und Schlauchklemme deckt fast alle Säulen in Deutschland ab. Ohne Adapter steht man am Hahn und kommt nicht dran.
Darf Spülwasser in die Wiese?
Nein. Grauwasser gehört unabhängig von der Menge in die Entsorgungsstation. Das gilt auch für reines Spülwasser.
Was tun, wenn die Anmeldung geschlossen ist?
Fast alle Plätze haben einen Automaten für die Gebühr. Für Stromchips gilt das seltener, deshalb ist Ankunft am frühen Nachmittag praktisch die verlässlichste Lösung.
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