Vierspurige Bundesstraße auf dem Talboden eines Flusstals, von einem Weinberghang aus gesehen (mit AI erstelltes Bild)AI
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Anreise

Anreise an den bayerischen Main

Das Tal ist gut erschlossen, aber nicht überall für große Fahrzeuge gebaut. Diese Seite sammelt, was vor der Fahrt zählt: die Achse durchs Tal, die Ausfahrten, die Bahn und die Grenze, an der eine Fähre nicht mehr in Frage kommt.

Wer mit dem Wohnmobil an den bayerischen Untermain fährt, hat die Anreise selbst schnell erledigt: eine Autobahn, eine Bundesstraße, fertig. Anstrengend wird erst der letzte Kilometer, und zwar immer aus demselben Grund. Die Orte hier sind an einen Hang gebaut oder um eine mittelalterliche Gasse herum, und beides ist älter als jedes Fahrzeug, das heute hindurchwill. Was in der Platzübersicht als „fünf Minuten in die Altstadt“ steht, meint fünf Minuten zu Fuß, nicht mit dem Fahrzeug.

Die B469 ist die Achse

Durch das bayerische Maintal läuft die B469 von Nord nach Süd. Sie ist zwischen Stockstadt am Main und dem Übergang Richtung Miltenberg vierspurig ausgebaut und hängt bei Stockstadt an der A3 Frankfurt–Würzburg; über Aschaffenburg besteht Anschluss an die A45. Die Verkehrsbelastung fällt von rund 45.000 Fahrzeugen am Tag bei Stockstadt auf etwa 15.000 bei Kleinheubach, das heißt: Je weiter man nach Süden kommt, desto ruhiger wird die Strecke.

Für Reisende ist das die angenehme Nachricht. Man fährt kreuzungsfrei bis auf die Höhe des Zielortes und verlässt die Bundesstraße erst dort. Die Ausfahrten tragen die Ortsnamen, und in Klingenberg gibt es zwei davon: Aus Richtung Norden ist es die Ausfahrt Klingenberg/Wörth, aus Richtung Süden die Ausfahrt Trennfurt. Wer die falsche nimmt, landet nicht im Nirgendwo, fährt aber ein paar Kilometer durch Wohnstraßen, die keine Wohnmobilstraßen sind.

Aus welcher Richtung man kommt

Aus RichtungWeg ins TalWorauf zu achten ist
Frankfurt / Rhein-MainA3 bis Stockstadt, dann B469 nach Südender Standardweg; die Baustellen liegen fast immer im Nordabschnitt
Würzburg / NürnbergA3 nach Westen, Abfahrt im Raum Wertheim–Marktheidenfeld, dann am Fluss entlang talabwärtslandschaftlich die schönere, zeitlich die langsamere Variante
Odenwald / Bergstraßeüber Amorbach und Miltenberg ins Talechte Mittelgebirgsstrecke mit Steigung und Gefälle, nicht in der Nacht
Spessartvon der Hochfläche hinunter nach Aschaffenburg oder Bürgstadtlange Gefällstrecken; Motorbremse statt Betriebsbremse

Die beiden unteren Zeilen sind keine Umwege, sondern Ausflüge: Was auf den Höhen zu beiden Seiten liegt, steht unter Spessart und Odenwald.

Die Fähren: 7,5 Tonnen sind die Grenze

Mehrere kleine Fähren queren den Main und ersparen Umwege von zehn Kilometern und mehr. Für Radfahrende sind sie Teil der Route, und der Mainradweg rechnet mit ihnen. Für Wohnmobile gilt eine harte Zahl: Die Fähre zwischen Mondfeld und Stadtprozelten am südlichen Ende der Strecke nennt als Höchstgewicht eines Fahrzeugs 7,5 Tonnen. Ein zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 oder 5 Tonnen ist damit unproblematisch; wer schwerer unterwegs ist, nimmt die nächste Brücke.

Die zweite Einschränkung ist die Zeit. Dieselbe Fähre fährt im Winterhalbjahr von 1. November bis 31. März werktags ab 6 Uhr und nur bis 18 Uhr, im Sommerhalbjahr bis 19 Uhr, samstags ab 8 und sonntags erst ab 10 Uhr. Und sie fällt aus: bei Hochwasser, Nebel, Eisgang und Reparatur. Eine Fähre ist deshalb eine schöne Abkürzung, aber keine Planungsgröße – wer abends ankommen will, plant die Brücke und freut sich über die Fähre.

Mit der Bahn ins Tal und zurück

Kleine Autofähre bei der Überfahrt über einen breiten Fluss, ein Pkw und ein Fahrrad an Bord (mit AI erstelltes Bild)AI
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Die Fähren am Untermain nehmen Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen. Darüber führt kein Weg über den Fluss außer der nächsten Brücke.

Durch das Tal fährt die Maintalbahn: eingleisig von Aschaffenburg nach Miltenberg und von dort weiter nach Wertheim, betrieben von der Westfrankenbahn. Sie hält in fast jedem Ort der Strecke – der Haltepunkt für Klingenberg liegt im Ortsteil Trennfurt und hat einen P+R-Parkplatz – und sie nimmt Fahrräder mit.

Das ist der eigentliche Grund, warum diese Bahn hier erwähnt gehört. Sie macht aus jeder Etappe des Radwegs eine Runde: hinfahren mit dem Rad, zurück mit dem Zug, das Fahrzeug steht die ganze Zeit auf dem Platz. Welche Etappe sich dafür eignet, steht im Etappenüberblick. Die konkreten Fahrzeiten stehen im Fahrplan der Westfrankenbahn und ändern sich jeden Dezember; sie hier abzudrucken wäre eine Angabe mit Verfallsdatum.

Höhe, Breite, Gewicht – wo es im Tal wirklich eng wird

  • Altstadtgassen. Klingenberg, Miltenberg und Wertheim haben ihre historischen Kerne an oder über dem Fluss. Torbögen, Kopfsteinpflaster, Gassen mit anderthalb Fahrzeugbreiten: Da fährt man nicht hinein, um zu schauen, ob es passt.
  • Die Orte am Hang. In den Weinorten steigt die Straße schnell an und wird gleichzeitig schmaler. Unten stehen lassen, oben zu Fuß – das ist keine Bequemlichkeitsfrage, sondern die einzige Variante, bei der man nicht rückwärts wieder hinunter muss.
  • Brückenhöhen. Die Bahnunterführungen der Maintalbahn sind alt und niedrig. Angegebene Durchfahrtshöhen gelten in der Mitte, nicht am Rand.
  • Gefällstrecken. Wer von Spessart oder Odenwald ins Tal fällt, verliert auf wenigen Kilometern dreihundert Höhenmeter. Im kleinen Gang, mit der Motorbremse.

Was danach am Platz selbst zählt – Zufahrtsbreite, Kurvenradius, Äste über der Parzelle –, steht in der Praxis am Platz.

Kurz gefasst

Kleiner eingleisiger Bahnhaltepunkt im Flusstal mit zwei abgestellten Reiserädern am Bahnsteig (mit AI erstelltes Bild)AI
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Die Maintalbahn hält in fast jedem Ort der Strecke und nimmt Räder mit: eine Etappe hin, mit dem Zug zurück.

Die B469 bringt einen kreuzungsfrei bis auf Ortshöhe, die richtige Ausfahrt erspart drei Wohnstraßen, und die Fähren sind bis 7,5 Tonnen nutzbar, aber nie garantiert. Die Bahn ist das eigentliche Werkzeug: Sie macht das Fahrzeug für den Rest des Aufenthalts überflüssig.

Häufige Fragen

Welche Autobahnausfahrt führt an den bayerischen Untermain?

Die A3 an der Anschlussstelle Stockstadt am Main; von dort läuft die B469 durchs Tal nach Süden. Aus Richtung Würzburg ist der Einstieg im Raum Wertheim–Marktheidenfeld die kürzere Alternative.

Dürfen Wohnmobile die Mainfähren benutzen?

Bis 7,5 Tonnen Fahrzeuggewicht ja – das ist die Grenze, die die Fähre Mondfeld–Stadtprozelten nennt. Schwerere Fahrzeuge müssen die nächste Brücke nehmen.

Fahren die Fähren das ganze Jahr?

Im Prinzip ja, mit kürzeren Zeiten im Winterhalbjahr. Bei Hochwasser, Nebel, Eisgang und Reparaturen ruht der Betrieb, und das kommt am Main regelmäßig vor.

Nimmt die Maintalbahn Fahrräder mit?

Ja. Die Strecke Aschaffenburg–Miltenberg–Wertheim ist auf Radreisende eingestellt; damit lässt sich jede Radetappe als Einbahntour fahren und der Rückweg mit dem Zug erledigen.