
Route
Mainradweg am Untermain
Der Mainradweg begleitet den Fluss über rund 600 Kilometer. Der Abschnitt am Untermain ist der, auf dem Radweg und Stellplatznetz fast deckungsgleich verlaufen. Man kann jede Etappe an einem Platz beginnen und an einem beenden.
Der Radweg ist auf diesem Abschnitt fast durchgehend asphaltiert, flach und ufernah; er verbindet die Plätze am Fluss untereinander. Nennenswerte Steigungen gibt es nur, wo er einen Ort umgeht oder auf eine Brücke steigt. Für Reisende mit Wohnmobil ist er deshalb die eigentliche Attraktion der Region: das Fahrzeug bleibt stehen, der Tag findet auf dem Rad statt.
Vier Etappen, die zum Platznetz passen
| Etappe | Länge | Charakter | Unterwegs |
|---|---|---|---|
| Aschaffenburg → Obernburg | ca. 20 km | flach, ufernah, breite Wege | Schloss Johannisburg, römisches Obernburg |
| Obernburg → Klingenberg | ca. 10 km | kurz, mit Blick auf die Steillagen | Fähre Trennfurt, Weinberge |
| Klingenberg → Miltenberg | ca. 18 km | engste Talstelle der Strecke | Clingenburg, Mildenburg, Schnatterloch |
| Miltenberg → Wertheim | ca. 22 km | weiter werdendes Tal | Taubermündung, Burgruine Wertheim |
Alle vier lassen sich als Tagestour von einem Platz am Fluss aus fahren und mit der Bahn zurücklegen: die Maintalbahn hält in jedem der Orte und nimmt Räder mit.
Die Fähren
Zwischen Aschaffenburg und Wertheim queren mehrere kleine Personen- und Autofähren den Main: sie verbinden die Ufer und damit auch die Orte, die das Ortsporträt beschreibt. Für Radfahrende sind sie Abkürzungen, die zehn Kilometer Umweg ersparen; für Wohnmobile sind einige davon wegen Gewicht und Länge nicht nutzbar. Wer mit dem Fahrzeug planen will, prüft das vorher: die Angaben stehen an der Anlegestelle und bei den Betreibern, und die maßgebliche Zahl – 7,5 Tonnen – steht unter Anreise.
Die Fähren fahren saisonal, meist von Ostern bis Oktober, und bei Hochwasser gar nicht.
Praktisches für den Radtag

- Windrichtung prüfen. Das Tal kanalisiert den Wind. Flussabwärts mit Rückenwind ist eine andere Tour als aufwärts dagegen.
- Wasser mitnehmen. Zwischen den Orten gibt es keine Brunnen.
- Fährzeiten prüfen. Die kleinen Personenfähren fahren saisonal und machen Mittagspause; ohne sie wird aus einer Runde eine Strecke.
- Bahn als Rückweg. Die Maintalbahn nimmt Räder mit, sodass man in eine Richtung fahren und zurückrollen kann.
- Vor dem Dunkelwerden zurück. Der Uferweg ist nicht beleuchtet, und die Kante zum Wasser ist an vielen Stellen nicht abgesichert.
- Flickzeug dabei. Zwischen zwei Orten gibt es keine Werkstatt.
- Häckerwirtschaften haben Öffnungswochen, nicht Öffnungszeiten. Wer dort einkehren will, schaut vorher in den Ausschankkalender der Gemeinde.
- Bahn als Rückweg. Die Maintalbahn macht aus jeder Etappe eine Rundfahrt ohne Gegenrichtung.
Untergrund, Steigung und wie lang eine Etappe wirklich dauert

Der Abschnitt zwischen Aschaffenburg und Wertheim ist der einfachste des ganzen Mainradwegs. Er liegt fast durchgehend auf dem Damm oder direkt am Wasser, ist asphaltiert oder fest geschottert und kommt über die gesamte Strecke auf weniger als hundert Höhenmeter.
Das verändert die Zeitrechnung gegenüber anderen Flussradwegen. Mit einem normalen Tourenrad sind dreizehn bis fünfzehn Kilometer pro Stunde realistisch, mit einem Pedelec siebzehn bis zwanzig: jeweils ohne Pausen. Eine Etappe von dreißig Kilometern ist damit ein halber Tag, keiner ganzer, und genau deshalb lassen sich zwei Orte an einem Tag verbinden, ohne dass es zur Leistungsfahrt wird.
Zwei Stellen weichen davon ab. Der Anstieg zu den Aussichtspunkten über den Rebzeilen ist kurz, aber steil und meist unbefestigt, mit Gepäck am Rad nicht empfehlenswert. Und die Uferstraße zwischen zwei Orten teilt sich stellenweise die Fahrbahn mit dem Autoverkehr; dort ist der Weg nicht baulich getrennt, sondern nur markiert.
Beide Stellen sind kurz: zusammen keine drei Kilometer der gesamten Strecke.
Räder am Platz: Transport, Sicherung, Reparatur
Wer die Räder mitbringt, entscheidet zwei Dinge schon beim Beladen. Erstens die Stützlast des Heckträgers: Zwei Pedelecs wiegen rund fünfzig Kilogramm, und sie hängen am längsten Hebel des Fahrzeugs. Das ist der häufigste Grund, warum die Hinterachse an ihre Grenze kommt. Zweitens die Abdeckung: Regen auf der Etappe ist harmloser als der Fahrtwind, der Staub und Salz in die Kette treibt.
Am Platz gehören die Räder angeschlossen, und zwar an das Fahrzeug, nicht aneinander. Ein Bügelschloss durch Rahmen und Träger genügt; die Träger selbst bekommen eine abschließbare Schraube. Die Praxis-Checkliste führt das mit den übrigen Handgriffen bei der Ankunft.
Für Reparaturen gilt an dieser Strecke eine einfache Regel: Zwischen zwei Orten gibt es nichts. Flickzeug, Ersatzschlauch, Multitool und eine Pumpe gehören deshalb an das Rad, nicht ins Fahrzeug. Werkstätten gibt es in Aschaffenburg, Miltenberg und Wertheim; dazwischen liegen jeweils zwanzig bis dreißig Kilometer.
Kurz gefasst
Flach, asphaltiert, ufernah und an jedem Punkt abbrechbar: Der Untermain ist der Abschnitt des Mainradwegs, auf dem man ohne Training losfährt. Die Bahn übernimmt den Rückweg, die Fähren kürzen ab, und die Plätze liegen dicht genug, dass jede Etappe wahlweise dreißig oder sechzig Kilometer lang sein kann.
Häufige Fragen
Wie lang ist der Mainradweg insgesamt?
Rund 600 Kilometer von den Quellflüssen bis zur Mündung in den Rhein – so geben es der offizielle Streckenträger und der Wikipedia-Eintrag übereinstimmend an. Die vom ADFC als Qualitätsroute zertifizierte Strecke ist mit rund 530 Kilometern kürzer, weil sie nicht jeden Quellarm mitzählt. Der Abschnitt am Untermain umfasst davon etwa 70 Kilometer.
Ist der Radweg für Anhänger und Kinderräder geeignet?
Auf diesem Abschnitt ja. Er ist überwiegend asphaltiert, flach und verkehrsfrei; die wenigen Straßenabschnitte sind kurz und innerorts.
Nehmen die Fähren Wohnmobile mit?
Einige ja, mit Gewichts- und Längenbeschränkung. Vor der Fahrt bei der jeweiligen Fähre prüfen, für Räder gilt die Einschränkung nicht.
Fährt die Bahn mit Fahrrad?
Die Maintalbahn hält in allen Orten der Strecke und nimmt Räder mit. Das macht Einwegetappen von einem Stellplatz aus möglich.
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