Kleines Empfangsgebäude eines Wohnmobilhafens am Flussufer an einem sonnigen Morgen (mit AI erstelltes Bild)AI
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Platzbetrieb

Software für die Campingplatzverwaltung

Wer einen Stellplatz mit dreißig oder sechzig Parzellen führt, verwaltet Anreisen, Strom, Kurtaxe und Rechnungen, meist zwischen zwei Handgriffen an der Schranke. Software für die Campingplatzverwaltung deckt genau das ab: diese drei Systeme auf sehr unterschiedliche Weise.

Veröffentlicht: 18. Juni 2024

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Ein Wohnmobilhafen ist betriebswirtschaftlich ein kleiner Beherbergungsbetrieb mit hoher Taktzahl: kurze Aufenthalte, viele Anreisen, Verbrauchsabrechnung pro Parzelle, saisonale Spitzen und eine Meldepflicht, die keine Ausnahmen kennt. Genau diese Kombination bringt Tabellen an ihre Grenze. Wer über Ostern vierzig Anreisen an einem Tag hat, kann Strom nicht mehr auf einem Notizblock führen. Was ein Platz an Technik überhaupt vorhält, steht in der Praxis-Checkliste.

Drei Systeme schauen wir uns hier an. Sie kommen aus unterschiedlichen Richtungen: eines aus der klassischen Campingplatzverwaltung, eines aus der Ferienpark-Ecke, eines aus der Hotellerie, und das merkt man an jedem Bildschirm.

Was ein Platz am Fluss überhaupt braucht

Bevor irgendein Funktionsvergleich Sinn ergibt, lohnt eine nüchterne Liste. Für einen Platz in der Größe eines Untermain-Wohnmobilhafens sind das im Kern sechs Dinge:

  • Parzellenplan mit Belegung: grafisch, mit Zeitachse, damit eine Lücke von zwei Nächten zwischen zwei Buchungen sichtbar ist und verkauft werden kann.
  • Verbrauchserfassung: Strom nach Kilowattstunde, Wasser nach Abnahme, sauber einer Parzelle und einem Aufenthalt zugeordnet.
  • Meldescheine und Kurtaxe, mit Export in das Format, das die Gemeinde erwartet.
  • Kassenschnittstelle: Karte am Automaten, Bargeld am Tresen, beides in einer Abrechnung.
  • Schrankensteuerung: Code oder Kennzeichen, an den Aufenthalt gebunden.
  • Saisonschalter: Winterpause, ohne dass Daten verloren gehen oder Abos weiterlaufen. Am Untermain betrifft das fast jeden Platz am Fluss.

Alles darüber hinaus, Kanalmanagement, Dynamic Pricing, Gästeapp, ist für einen Platz dieser Größe eher Ballast als Vorteil. Es kostet Einrichtungszeit, die niemand hat.

Campground Master: der Klassiker mit Parzellenplan

Stromsäule an einer Stellplatzparzelle am Fluss, eingestecktes Kabel, Zählerfenster im Morgenlicht (mit AI erstelltes Bild)AI
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Die Verbrauchserfassung ist die Stelle, an der sich eine Platzverwaltung im Alltag beweist, oder eine zweite Liste entsteht.

Campground Master ist eine etablierte Lösung, die aus der nordamerikanischen Campingplatzverwaltung kommt und dort seit Jahren im Einsatz ist. Der Kern ist ein grafischer Belegungsplan, auf dem jede Parzelle als Zeile und jeder Tag als Spalte liegt. Wer gewohnt ist, den Platz als Raster zu denken, findet sich sofort zurecht.

Die Stärke liegt in der Tiefe der Reservierungslogik: Teilbelegungen, Umbuchungen mitten im Aufenthalt, wiederkehrende Dauergäste, Gruppenreservierungen über mehrere Parzellen. Das ist genau die Art von Fall, die in schlankeren Systemen zur Handarbeit wird.

Die Schwäche ist die Oberfläche. Sie ist funktional und dicht, aber sie sieht aus wie das Windows-Programm, das sie ursprünglich war, und sie erwartet einen Rechner am Tresen. Wer die Anreise vom Handy aus auf der Wiese einbuchen will, ist hier am falschen Platz.

Praktisch heißt das: Der Platz braucht einen festen Arbeitsrechner, eine geregelte Datensicherung und jemanden, der beides im Blick behält. Dafür läuft das System auch dann weiter, wenn am Ufer das Netz ausfällt, was an einem Platz im Tal kein theoretischer Fall ist.

RMS Cloud: Hotellerie-Logik auf dem Stellplatz

Aufgeräumter Empfangstresen eines Campingplatzes mit Laptop und Schlüsselschrank (mit AI erstelltes Bild)AI
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Der Tresen ist der Ort, an dem sich eine Platzverwaltung entscheidet: was dort in zwei Minuten erledigt ist, wird benutzt.

RMS Cloud kommt aus der Hotellerie und bringt deren Denkweise mit: Zimmerkategorien werden zu Parzellentypen, Raten zu Saisonpreisen, Kanäle zu Buchungsportalen. Die Benutzeroberfläche ist browserbasiert und funktioniert auf einem Tablet, was den Tresen überflüssig macht.

Der Funktionsumfang ist der größte der drei: Ratenmanagement, Auslastungsberichte, Anbindung an Buchungsplattformen, mehrsprachige Gästekommunikation. Für einen Platz, der über Portale verkauft und seine Preise nach Auslastung steuern will, ist das der stärkste Hebel im Vergleich.

Der Preis dafür ist Komplexität. Ein Platz mit einem Parzellentyp und einem Preis richtet hier Strukturen ein, die er nie benutzt, und zahlt für Module, die leer bleiben. Die Einrichtung ist ein Projekt, nicht ein Nachmittag.

Wer diesen Weg geht, sollte die Einrichtung deshalb in die Winterpause legen und nicht in den März. Und er sollte vorher festlegen, welche Module tatsächlich gebucht werden: Die Grundversion deckt Reservierung und Kasse ab, alles Weitere kommt einzeln dazu und erscheint erst auf der zweiten Rechnung in voller Höhe.

NewBook: der Mittelweg

Automatische Einfahrtschranke mit Terminal an der Zufahrt eines Wohnmobilhafens (mit AI erstelltes Bild)AI
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Schrankensteuerung und Abrechnung gehören in dasselbe System, sonst führt jemand zwei Listen.

NewBook liegt zwischen den beiden. Es ist ebenfalls cloudbasiert, deckt Reservierung, Kasse, Verbrauch und Gästekommunikation in einem System ab und ist auf Ferienparks und Campingplätze zugeschnitten statt auf Hotels. Der Belegungsplan ist grafisch wie bei Campground Master, aber im Browser.

Praktisch am nützlichsten ist die Verbindung von Verbrauchserfassung und Abrechnung: eine Stromablesung landet direkt auf der Rechnung des Aufenthalts, ohne Zwischenliste. Genau an dieser Stelle entstehen auf kleinen Plätzen die meisten Fehlbeträge.

Weniger überzeugend ist die Berichtsseite. Wer Auslastung über Jahre vergleichen will, exportiert und rechnet selbst.

Ebenfalls erwähnenswert ist die Gästekommunikation. Bestätigung, Anfahrtsbeschreibung und Torcode gehen automatisch raus, sobald eine Buchung bestätigt wird, auf einem Platz, an dem die Anmeldung nicht durchgehend besetzt ist, erspart das den größten Teil der Telefonate.

Für einen Platz am Untermain ist NewBook damit der wahrscheinlichste Kompromiss: genug Struktur für Verbrauch und Kasse, wenig Einrichtungsaufwand, und die Bedienung läuft vom Tablet aus, was zählt, wenn die Anreise auf der Wiese abgewickelt wird statt am Tresen.

Preismodelle: worauf man achten muss

Der Funktionsvergleich ist die eine Hälfte der Entscheidung, das Abrechnungsmodell die andere, und die zweite wird häufiger unterschätzt. Zwei Systeme mit ähnlichem Leistungsumfang können über fünf Jahre gerechnet weit auseinanderliegen, je nachdem, ob die Gebühr einmalig anfällt, pro Parzelle läuft oder an die Zahl der Buchungen gekoppelt ist. Für einen Platz mit vierzig Parzellen und einer halbjährigen Saison sieht die Rechnung deshalb anders aus als für einen ganzjährig geöffneten Ferienpark.

SystemAbrechnungPasst zuVorsicht
Campground MasterLizenz, einmalig, Wartung optionalPlätze mit festem Tresen und komplexen Reservierungenlokale Installation, Datensicherung ist Ihre Aufgabe
RMS CloudAbo pro Parzelle und Monat, Module getrenntPlätze mit Portalvertrieb und PreissteuerungGrundgebühr läuft in der Winterpause weiter
NewBookAbo, gestaffelt nach PlatzgrößePlätze, die Verbrauch und Kasse zusammenführen wollenBerichte oft nur per Export brauchbar

Die eine Frage, die vor jedem Vertrag geklärt sein sollte: Was passiert in der Winterpause? Ein Platz, der von November bis Februar geschlossen ist, zahlt bei reinen Monatsabos vier Monate für ein System, das niemand öffnet. Manche Anbieter setzen die Gebühr in dieser Zeit aus, andere nicht, und die Antwort steht selten im Preisblatt. Wie lange die Saison am Untermain tatsächlich dauert, steht im Ortsporträt; was vom Betrieb am Klingenberger Ufer überliefert ist, in der Chronik.

Häufige Fragen

Braucht ein Platz mit 40 Stellplätzen überhaupt eine Software?

Sobald Strom pro Parzelle abgerechnet und die Kurtaxe gemeldet wird, ja. Die Schwelle liegt weniger bei der Parzellenzahl als bei der Zahl der Anreisen pro Tag: ab etwa zehn wird die Handliste zur Fehlerquelle.

Kann man die Schranke an alle drei Systeme anbinden?

Grundsätzlich ja, praktisch hängt es am Schrankenhersteller. Die cloudbasierten Systeme sprechen offene Schnittstellen; bei einer älteren Anlage entscheidet, ob sie überhaupt fernsteuerbar ist.

Was ist mit Meldescheinen und Kurtaxe in Bayern?

Alle drei erzeugen Meldescheine. Ob der Export dem Format der jeweiligen Gemeinde entspricht, muss vor Vertragsabschluss mit der Verwaltung geklärt werden: hier unterscheiden sich selbst Nachbargemeinden.

Läuft eine Cloud-Lösung, wenn am Platz das Netz ausfällt?

Nur eingeschränkt. Beide Cloud-Systeme brauchen eine Verbindung für Buchung und Kasse. An einem Platz mit schwachem Empfang ist das ein echtes Argument für die lokale Lösung.