Offene Staufächer eines Wohnmobils mit ordentlich verstauter Ausrüstung (mit AI erstelltes Bild)AI
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Vor der Abfahrt

10 Tipps zum Packen

Ein Wohnmobil ist schneller überladen als vermutet, und schlechter gepackt als nötig. Beides ist mit zehn Regeln erledigt, die vor der ersten Fahrt einmal durchgegangen werden.

Veröffentlicht: 04. Oktober 2018

Die zulässige Gesamtmasse ist keine Empfehlung. Sie ist der Grund, warum die Ausstattung am Platz überhaupt eine Rolle spielt. Ein überladenes Fahrzeug bremst länger, liegt schlechter und kostet im Fall einer Kontrolle Geld. Wer einmal voll beladen auf eine Waage fährt, weiß für die nächsten Jahre, wie viel Reserve tatsächlich vorhanden ist, meist weniger als gedacht.

Die zehn Regeln

  1. Einmal wiegen. Voll beladen, mit Wasser und Personen. Alles andere ist Schätzen.
  2. Schwer nach unten und mittig. Über der Achse, nicht im Heck. Gewicht hinter der Hinterachse hebelt die Vorderachse aus.
  3. Wasser erst am Platz. Hundert Liter sind hundert Kilo, die auf der Etappe nichts leisten.
  4. Nach Häufigkeit sortieren. Was täglich gebraucht wird, gehört nach vorn, nicht das Schöne, das Häufige.
  5. Ein Beutel pro Zweck. Werkzeug, Strom, Küche, Bad. Gesucht wird dann der Beutel, nicht der Gegenstand.
  6. Nichts loses in Kopfhöhe. Ein Dachfach, das sich bei einer Bremsung öffnet, ist die häufigste Verletzungsursache im Innenraum.
  7. Keile und Auffahrrampen zuletzt. Sie werden als Erstes gebraucht und gehören in das äußerste Fach.
  8. Ersatz nur für das, was ausfällt. Sicherung, Schlauchdichtung, Kabel: kein zweiter Wasserkocher.
  9. Kleidung rollen, nicht falten. Rollen nutzen Nischen; Stapel brauchen Rechtecke, die es im Wohnmobil nicht gibt.
  10. Nach der Reise ausräumen und notieren. Was ungenutzt zurückkommt, bleibt beim nächsten Mal daheim. Diese Liste ist nach zwei Reisen kürzer als jede Empfehlung.

Was regelmäßig zu viel ist

Aufgeklappte Sitzbank eines Wohnmobils mit gestapelten Kisten und Stoffbeuteln (mit AI erstelltes Bild)AI
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Unter der Sitzbank gehört das Schwere und Selten-Gebrauchte: tief, mittig, gesichert.

Drei Klassiker: zu viel Kleidung, zu viel Konserve, zu viel Werkzeug. Die Kleidung löst sich über Rotation und über die Frage, wo unterwegs gewaschen wird, die Konserve über den Ort, am Untermain liegt fast immer ein Laden in Laufweite, das Werkzeug über die ehrliche Frage, was man unterwegs wirklich repariert.

Bei der Konserve lohnt der Blick aufs Gewicht statt auf die Zahl der Dosen: Zehn Dosen sind rund fünf Kilogramm, und sie werden erfahrungsgemäß nicht gegessen, weil ohnehin frisch eingekauft wird. Beim Werkzeug reichen vier Dinge: ein verstellbarer Schlüssel, ein Schraubendrehersatz, Kabelbinder und eine Rolle Gewebeband. Alles darüber hinaus repariert niemand am Straßenrand; was wirklich kaputtgeht, ist ein Fall für die Werkstatt.

Und bei der Kleidung entscheidet nicht die Menge, sondern das Material: Was sich abends auswaschen und über Nacht trocknen lässt, ersetzt drei Teile, die das nicht können. Wo die Plätze am Fluss eine Waschmaschine haben, steht in der Übersicht.

Die Gegenprobe nach der Reise ist die ehrlichste: Was zwei Wochen lang im Fach lag, ohne dass es jemand gesucht hat, bleibt beim nächsten Mal zu Hause.

Die Achslast: die Zahl neben dem Gesamtgewicht

Die zulässige Gesamtmasse ist nur die halbe Vorschrift. Daneben steht für jede Achse eine eigene Grenze, und die wird häufiger überschritten als das Gesamtgewicht, ohne dass die Waage am Gesamtwert etwas Auffälliges zeigt.

Der Grund ist die Hebelwirkung. Alles hinter der Hinterachse: Heckgarage, Fahrradträger, Reserverad, Motorroller: drückt dort doppelt und entlastet gleichzeitig die Vorderachse. Zwei E-Bikes am Heck sind rund fünfzig Kilogramm am längsten Hebel des Fahrzeugs; sie können die Hinterachse an die Grenze bringen, während vorn Traglast frei bleibt und die Lenkung leichter wird.

Wiegen heißt deshalb: nicht nur einmal über die Brückenwaage, sondern einmal mit der Vorderachse allein und einmal mit der Hinterachse allein. Der Unterschied zwischen beiden Messungen ist die Zahl, die über die Beladung entscheidet, und sie kostet an den meisten öffentlichen Waagen dasselbe wie die eine Messung.

Wohin womit: die Fächer in der Reihenfolge des Tages

Ordnung im Wohnmobil ist keine Frage von Ordnungsliebe, sondern von Reihenfolge. Wer nach dem Tagesablauf packt statt nach Kategorien, sucht deutlich weniger.

  • Türfach: Schlüssel, Stirnlampe, Keile, Handschuhe für die Entsorgung.
  • Sitzbank: was am Platz gebraucht wird: Stühle, Tisch, Wäscheleine, Spiele.
  • Heckgarage, vorn: Stromkabel und Wasserschlauch, die beiden Dinge, die bei jeder Ankunft als Erstes herauskommen.
  • Heckgarage, hinten: was selten gebraucht wird: Ersatzteile, Winterzubehör.
  • Dachschrank: nur Leichtes. Kleidung ja, Konserven nie.

Und eine Regel, die beim Zurückpacken hilft: Jedes Teil hat genau einen Platz, und es geht dorthin zurück, auch wenn es am nächsten Tag wieder gebraucht wird. Was „kurz mal“ woanders liegt, ist die Sache, die auf der nächsten Etappe durch das Fahrzeug fliegt.

Nach der Reise: die Liste korrigieren

Die Packliste wird nicht vor der Reise gut, sondern nach ihr. Wer beim Ausräumen notiert, was unbenutzt blieb und was gefehlt hat, hat beim nächsten Mal eine Liste, die zum eigenen Fahrzeug und zur eigenen Reiseart passt statt zu einer allgemeinen Empfehlung. Zwei Reisen genügen dafür.

Häufige Fragen

Wie viel Zuladung hat ein typisches Wohnmobil?

Bei 3,5 t häufig nur 400 bis 600 Kilogramm, und davon geht Wasser, Gas und Ausbau ab. Zwei Personen mit Ausrüstung liegen schnell am Limit, deshalb ist das Wiegen die erste Regel.

Wohin mit den Fahrrädern?

Auf den Heckträger, aber mit Blick auf die Stützlast und die Hinterachslast. Zwei E-Bikes hinten sind rund 50 Kilogramm am längsten Hebel des Fahrzeugs.

Frischwasser voll oder leer fahren?

Leer bis zum Platz, wenn dort Wasser vorhanden ist. Voll nur, wenn das Ziel keine Versorgung hat, dann aber die Zuladung entsprechend reduzieren.

Was bleibt am Ende doch zu Hause?

Fast immer dasselbe: das zweite Kochgeschirr, der Klapptisch, den der Platz ohnehin stellt, und die Bücher. Wer nach der ersten Reise ausräumt, was unberührt geblieben ist, gewinnt zwanzig Kilo ohne jeden Verzicht.