Steile Weinbergterrassen in vollem Sommerlaub, die zu einem Fluss abfallen (mit AI erstelltes Bild)AI
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Region

Churfranken am Untermain

Churfranken ist ein kleines Weinbaugebiet mit einer Besonderheit: hier wächst überwiegend Rotwein, in Steillagen auf rotem Buntsandstein, direkt über dem Fluss.

Der Name ist jung, die Sache alt, und der Radweg am Ufer erschließt ihn auf ganzer Länge. „Churfranken“ bezeichnet den Abschnitt des Mains zwischen Aschaffenburg und Bürgstadt, der jahrhundertelang zum Kurfürstentum Mainz gehörte. Weinbau gibt es hier seit dem Mittelalter, und im Gegensatz zum übrigen Franken dominiert der Rotwein.

Warum hier Rotwein wächst

Was davon für die Reise zählt, steht in der Platzübersicht und in der Chronik des Klingenberger Ufers. Drei Dinge kommen zusammen: die Hanglage nach Süden und Südwesten, der rote Buntsandstein, der Wärme speichert und nachts abgibt, und die geschützte Tallage zwischen Spessart und Odenwald. Das Ergebnis ist ein Kleinklima, in dem Spätburgunder und Frühburgunder zuverlässig reifen: weiter nördlich in Franken wäre das schwierig.

Die Steillagen sind Handarbeit, und der Radweg läuft unterhalb davon am Wasser entlang. Die Terrassen werden von Trockenmauern gehalten, und der Ertrag pro Hektar ist niedriger als in der Ebene. Wer über die Weinbergwege geht, sieht dem Gebiet seine Arbeit an.

Klingenberg, die Rotweinstadt

Klingenberg am Main trägt den Beinamen zu Recht: die Lagen über der Stadt sind die bekanntesten des Gebiets, und die Altstadt am Hang ist eine der geschlossensten der Region. Über allem steht die Clingenburg, unten in der Gasse liegt das Alte Gewürzamt.

Für Reisende mit Wohnmobil ist der Ort der praktischste Ausgangspunkt der Strecke: der Stellplatz liegt unterhalb der Mainbrücke, fünf Gehminuten von der Altstadt und direkt an der Fahrrinne.

Häckerwirtschaften, wie sie funktionieren

Alte knorrige Rebstöcke in rotem Sandsteinboden auf einer Terrassenlage (mit AI erstelltes Bild)AI
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Roter Buntsandstein speichert Wärme und gibt sie nachts ab: der Grund, warum hier Spätburgunder reift.

Eine Häckerwirtschaft ist die Gaststube eines Winzers, die in festgelegten Wochen im Jahr öffnet. Ausgeschenkt wird der eigene Wein, gegessen wird, was die Küche an dem Tag macht, meist deftig und regional. Man setzt sich an einen Tisch, an dem schon jemand sitzt.

  • Öffnungswochen, nicht Öffnungszeiten. Der Ausschankkalender der Gemeinden sagt, wer wann offen hat.
  • Bar zahlen. Karte ist die Ausnahme.
  • Kein Tisch reserviert. Man setzt sich dazu, wo Platz ist. Das ist Teil der Sache und nicht Unhöflichkeit.
  • Zu Fuß hin. Die Wirtschaften liegen im Ort, und es wird Wein ausgeschenkt.

Der Ausschank ist gesetzlich begrenzt: Ein Häcker darf an höchstens vier Monaten im Jahr öffnen und nur den eigenen Wein ausschenken. Genau daraus folgt der Rhythmus, den die Orte am Hang seit Generationen haben, im Frühjahr und im Herbst sind die Stuben offen, im Hochsommer arbeitet der Betrieb im Weinberg.

Zu essen gibt es kalte Speisen aus eigener Herstellung: Schinken, Wurst, Käse, Bauernbrot, dazu eingelegtes Gemüse. Eine Küche im Sinne eines Restaurants hat eine Häckerwirtschaft nicht, und sie will sie auch nicht haben.

Was die Region sonst hergibt

Burgen: Clingenburg in Klingenberg, Mildenburg in Miltenberg, Burgruine in Wertheim. Altstädte mit Fachwerk, in Miltenberg mit dem Schnatterloch als Marktplatz. Und die Wanderwege in den Spessart, die oben aus dem Tal führen und den Blick über den Fluss freigeben.

Die Orte am Hang, von Nord nach Süd

Schmale Kopfsteingasse zwischen Fachwerkhäusern, die zum Weinberghang ansteigt, Blumenkästen an den Fenstern (mit AI erstelltes Bild)AI
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Die Orte am Hang sind eng gebaut, für Wohnmobile heißt das: am Platz stehen lassen und die letzten Meter zu Fuß.

Churfranken ist kein Ort, sondern eine Kette. Wer sie einmal abfährt, hat das Gefälle der Region verstanden, von der Stadt am Nordende bis zum engen Tal im Süden.

  • Großwallstadt und Erlenbach liegen am flachen Ufer, die Weinberge stehen etwas zurück. Beide sind Durchgangsorte mit gutem Anschluss an die B469.
  • Klingenberg ist die Mitte: Fachwerk am Hang, die Clingenburg darüber, die Steillagen direkt über der Altstadt. Der Platz lag unterhalb der Brücke: mehr dazu in der Chronik.
  • Wörth und Trennfurt liegen sich über dem Wasser gegenüber, verbunden durch eine Fähre; hier wird das Tal spürbar enger.
  • Miltenberg ist der bekannteste Ort der Strecke: ein durchgehender Fachwerkmarkt, die Mildenburg über der Stadt, und der engste Punkt des Tals.
  • Bürgstadt schließlich hat die größten zusammenhängenden Rebflächen der Region und ist der Ort, an dem die Häckerwirtschaften am dichtesten liegen.

Zwischen dem ersten und dem letzten liegen keine vierzig Kilometer. Wer mit dem Rad unterwegs ist, verbindet zwei bis drei davon an einem Tag; die Etappen stehen im Radwegkapitel.

Kurz gefasst

Vierzig Kilometer Fluss, sechs Orte am Hang, Rotwein auf rotem Buntsandstein und Häckerwirtschaften, die nur wenige Wochen im Jahr öffnen. Wer im Frühjahr oder im Herbst vorbeikommt, trifft die Region in ihrer aktivsten Zeit, und findet zugleich die vollsten Plätze.

Häufige Fragen

Was bedeutet der Name Churfranken?

Er bezeichnet den Mainabschnitt zwischen Aschaffenburg und Bürgstadt, der historisch zum Kurfürstentum Mainz gehörte. Als Tourismusbegriff steht er heute für das Rotweingebiet am Untermain.

Welche Rebsorten wachsen in Churfranken?

Überwiegend Spätburgunder und Frühburgunder, dazu Portugieser und Domina; bei den Weißweinen Müller-Thurgau, Silvaner und Riesling. Der Rotweinanteil ist für Franken untypisch hoch.

Wann haben die Häckerwirtschaften geöffnet?

In festgelegten Wochen, verteilt über das Jahr und je Betrieb unterschiedlich. Die Gemeinden veröffentlichen einen Ausschankkalender, ohne den fährt man ins Leere.

Kann man die Steillagen begehen?

Auf den ausgewiesenen Weinbergwegen ja. Die Terrassen selbst sind Arbeitsflächen, und die Trockenmauern halten kein Klettern aus.